Newsletter Nr. 12 vom 10. Juli 2026
Der BBE-Newsletter informiert über Engagementpolitik und -debatte in Deutschland, interessante Publikationen und Veranstaltungen sowie Aktuelles aus dem BBE.
Kleine Entschuldigung in eigener Sache:
In der letzten Ausgabe hat sich im Betreff ein Darstellungsfehler eingeschlichen: Anstatt »Newsletter« hieß unsere Ausgabe versehentlich »ewsletter«. Wir bitten den fehlenden Buchstaben »N« und alle aufmerksamen Leser*innen um Entschuldigung. Wir freuen uns, dass unser Newsletter diesmal wieder alle Buchstaben beisammen hat. Ihnen wünschen wir eine gute Lektüre!
Aktuelles aus Engagementpolitik und -debatte
Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2027: Auswirkungen auf Perspektiven der Zivilgesellschaft
Bundeshaushalt 2027: Protest von Entwicklungsorganisationen gegen geplante Mittelkürzungen
Zivilgesellschaftliche Organisationen zu geplanten Änderungen am Informationsfreiheitsgesetz
»Unser Dorf hat Zukunft«: Gewinner*innen des 28. Bundeswettbewerbs ausgezeichnet
7. Caritaskongress: Appell für eine starke Zivilgesellschaft
Sr. Dr. Katharina Ganz ist neue Caritas-Präsidentin
Das Ehrenamtskonzept im Deutschen Schützenbund in zehn Schritten
Projektstart: MELA – Mehrsprachige Elternlots*innen-Akademie
Aktuelles aus der BBE-Geschäftsstelle
Zukunftsweisende Beschlüsse der außerordentlichen Mitgliederversammlung – Schutz des Netzwerks und neue Fördermitgliedschaft
Strategierunde »Europa«: Zivilgesellschaft und der Mehrjährige Finanzrahmen
Praxisbroschüre zu Unternehmenskooperationen in ländlichen Räumen
BBE-Arbeitsgruppe diskutiert Engagement und Teilhabe von Geflüchteten
Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationen
Lehnitz Connect: Begegnung, Beteiligung und Engagement für junge Erwachsene
Bericht: Bagfa-Jahrestagung 2026 in Würzburg
Freie Plätze für internationale Jugendangebote 2026
Deutscher Nachbarschaftspreis (DNP)
Preis für feministisches Engagement 2027
Civic Coding-Accelerator: KI-Lösungen für das Gemeinwohl gesucht
Elternkonferenz: »Eltern gestalten mit: Für Familien in Osnabrück«
finep schreibt Förderprogramme für Bildungsprojekte aus
Nachhaltige Kommunen und digitale Partizipation
Aktuelles aus Engagementpolitik und -debatte
Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2027: Auswirkungen auf Perspektiven der Zivilgesellschaft
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat am 6. Juli 2026 im Haushaltsausschuss den Entwurf für den Bundeshaushalt 2027 sowie den Finanzplan des Bundes bis 2030 vorgestellt. Das Kabinett hatte den Entwurf am Montagmittag gebilligt. Der Entwurf des Bundeshaushalts für das Jahr 2027 sieht trotz eines insgesamt steigenden Haushalts Kürzungen bei verschiedenen sozialen Förderprogrammen und in Förderlinien vor. Zivilgesellschaft könnte dem Entwurf zufolge schon bald mit einem Umbau und Rückbau von Programmen (z.B. »Demokratie leben!«) und einer schleichenden Destabilisierung durch Schwächung der Fördernehmenden (z.B. die Freiwilligendienste) konfrontiert sein und von einer Abschaffung erfolgreicher Programme (z.B. »Menschen stärken Menschen«) betroffen sein. Unter anderem sollen Kürzungen bei der Asylverfahrensberatung, der Migrationsberatung für Erwachsene, beim Patenschaftsprogramm »Menschen stärken Menschen« sowie dem Bundesprogramm »Demokratie leben!« umgesetzt werden. Auch bei Leistungen wie dem Unterhaltsvorschuss und dem Wohngeld sind Einschnitte vorgesehen. Für Investitionen in Kitas und Frauenhäuser stehen hingegen weiterhin Mittel aus einem Sondervermögen zur Verfügung. Laut Einschätzung der Arbeiterwohlfahrt (AWO) liegen diese jedoch deutlich unter dem bisherigen Finanzierungsniveau. Die AWO kritisiert die im Haushaltsentwurf gesetzten Prioritäten und verweist auf die aus ihrer Sicht unzureichende Finanzierung sozialer Infrastruktur. »Es ist kaum vermittelbar, dass in Zeiten zunehmender Polarisierung ausgerechnet Programme für Verständigung und Demokratieförderung geschwächt werden sollen. Wer dort kürzt, wo Vielfalt gestärkt, demokratische Widerstandskraft aufgebaut und Ehrenamt gefördert wird, gefährdet den sozialen Zusammenhalt dieses Landes massiv«, so AWO-Präsident Michael Groß zu den Kürzungsplänen. Der Deutsche Frauenrat kritisiert ebenfalls den Haushaltsentwurf für das Jahr 2027 und warnt, dass die vorgesehenen Kürzungen beim Elterngeld, Unterhaltsvorschuss sowie in den Bereichen Gleichstellung, Gesundheit und Demokratieförderung insbesondere Frauen treffen könnten. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) begrüßt den Regierungsentwurf für den Sporthaushalt 2027 mit einem Rekordetat von 361,7 Mio. Euro. Zugleich fordert er weitere Investitionen in die Modernisierung der Sportstätten. Der Haushaltsentwurf befindet sich derzeit im parlamentarischen Beratungsverfahren. Änderungen sind bis zur Verabschiedung des Bundeshaushalts möglich.
Verbandsbüro (7.7.2026): Bundeshaushalt 2027: »Warum soziale Programme unter Druck geraten«
DOSB begrüßt Regierungsentwurf des Bundeshaushalts 2027
Pressemeldung (6.7.2026): »AWO kritisiert Bundeshaushalt 2027: ›Sozialstaat ist keine Sparmasse‹«
Deutscher Frauenrat: »Bundeshaushalt 2027: Armutstreiber für Millionen Frauen – Deutscher Frauenrat«
Weitere Informationen auf der Website des Deutschen Bundestages
Weitere Informationen auf der Website der Bundesregierung
Grafiken zum Haushaltsentwurf 2027 auf der Website des Bundesministeriums der Finanzen
Bundeshaushalt 2027: Protest von Entwicklungsorganisationen gegen geplante Mittelkürzungen
Am 6. Juli 2026 protestierten rund 60 Vertreter*innen von 20 Entwicklungs- und Hilfsorganisationen vor dem Bundeskanzleramt gegen die im Haushaltsentwurf für das Jahr 2027 vorgesehenen Kürzungen im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit sowie die stagnierenden Mittel für die humanitäre Hilfe. Hintergrund ist der Kabinettsentwurf, der eine Reduzierung der Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit um 580 Millionen Euro auf 9,5 Milliarden Euro vorsieht. Die Ausgaben für humanitäre Hilfe sollen nach bereits erfolgten Kürzungen im Jahr 2024 auf dem bisherigen Niveau verbleiben. Plan International Deutschland verweist auf die Bedeutung der Mittel für internationale Programme in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Kinderschutz, Gleichberechtigung und Einkommenssicherung. Plan International ist eine Kinderrechtsorganisation, die seit mehr als 85 Jahren in der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe tätig ist.
Zivilgesellschaftliche Organisationen zu geplanten Änderungen am Informationsfreiheitsgesetz
Ein Bündnis aus 110 zivilgesellschaftlichen Organisationen, Vereinen und Initiativen hat sich in einem offenen Brief gegen die geplanten Änderungen am Informationsfreiheitsgesetz (IFG) ausgesprochen. Zu den Unterzeichnenden zählen Organisationen aus den Bereichen Demokratie, Transparenz, Medien, Umwelt, Menschenrechte und bürgerschaftliches Engagement. Beteiligt sind auch zahlreiche Mitglieder des BBE. Die Pläne der Bundesregierung sehen unter anderem vor, IFG-Anfragen künftig an ein nachzuweisendes »berechtigtes Interesse« zu knüpfen, den Kreis der Antragsberechtigten einzuschränken und den bisherigen Gebührendeckel aufzuheben. Das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) gilt seit 2006 und gewährt Bürger*innen den Zugang zu amtlichen Informationen und Dokumenten. Es wird insbesondere von Journalist*innen sowie Nichtregierungsorganisationen regelmäßig genutzt. Nach Auffassung des Bündnisses würden die Änderungen den Zugang von Bürger*innen und zivilgesellschaftlichen Organisationen zu amtlichen Informationen erschweren und damit die Möglichkeiten der öffentlichen Kontrolle staatlichen Handelns einschränken. Die Unterzeichnenden fordern die Bundesregierung, das Bundesinnenministerium und die Mitglieder des Innenausschusses auf, die geplanten Änderungen nicht umzusetzen.
Pressemitteilung von Transparency International Deutschland e.V. (7.7.2026)
Die Zeit (2.7.2026): Bundesdatenschutzbeauftragte nennt Koalitionspläne »undemokratisch«
»Unser Dorf hat Zukunft«: Gewinner*innen des 28. Bundeswettbewerbs ausgezeichnet
Die Gewinner*innen des 28. Bundeswettbewerbs »Unser Dorf hat Zukunft« des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat stehen fest. Aus rund 1.200 teilnehmenden Dörfern wurden 26 Finalisten ausgewählt, die sich einer Fachjury präsentierten. Mit Gold ausgezeichnet wurden Backemoor (Niedersachsen), Darup und Helberhausen (Nordrhein-Westfalen), Dörgenhausen und Ruppendorf (Sachsen), Oberkrumbach (Bayern), Spora (Sachsen-Anhalt) sowie Ziegenhain (Rheinland-Pfalz). Die Golddörfer erhalten jeweils 15.000 Euro Preisgeld. Zwölf Dörfer wurden mit Silber (je 10.000 Euro) und sechs mit Bronze (je 5.000 Euro) ausgezeichnet. Zusätzlich vergab die Jury sechs Sonderpreise für besondere Leistungen in den Bereichen ländliche Planung, Wissensvermittlung, Nachhaltigkeit, generationenübergreifendes Engagement und Dorfentwicklung. Bewertet wurden unter anderem Entwicklungskonzepte, wirtschaftliche Initiativen, die Infrastruktur, das soziale Engagement, die kulturellen Aktivitäten sowie der Umgang mit Baukultur, Natur und Umwelt. Der seit 1961 bestehende Wettbewerb würdigt bürgerschaftliches Engagement und innovative Ansätze zur Entwicklung ländlicher Räume. Die Preisverleihung findet am 22. Januar 2027 im Rahmen der Internationalen Grünen Woche in Berlin statt. Der Wettbewerb ist Bestandteil des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung und Regionale Wertschöpfung (BULEplus).
7. Caritaskongress: Appell für eine starke Zivilgesellschaft
Zum Auftakt des 7. Caritaskongresses in Berlin hat die Caritas die Bedeutung einer starken Zivilgesellschaft für den gesellschaftlichen Zusammenhalt hervorgehoben. Unter dem Leitmotiv »Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen« appellierte Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa an die Politik, das Engagement der Bürger*innen stärker wertzuschätzen und gute Rahmenbedingungen für zivilgesellschaftliches Handeln zu schaffen. Rund 1.000 Vertreter*innen der Caritas aus dem gesamten Bundesgebiet beraten darüber, wie das Miteinander der Generationen und der gesellschaftliche Zusammenhalt angesichts von Populismus, Künstlicher Intelligenz, Klimakrise und Kriegen gestärkt werden können. Der Caritaskongress findet alle drei Jahre statt und gilt als zentrale Plattform für Austausch und Vernetzung innerhalb des Verbandes.
Sr. Dr. Katharina Ganz ist neue Caritas-Präsidentin
Der Caritasrat hat am 8. Juli 2026 in Freiburg Sr. Dr. Katharina Ganz zur Präsidentin und Vorständin Verbands- und Sozialpolitik des Deutschen Caritasverbandes gewählt. Sie wurde für sechs Jahre gewählt und übernimmt im Februar 2027 das Amt, das Eva Maria Welskop-Deffaa seit 2021 innehat. Ganz ist promovierte Theologin und Sozialpädagogin und seit 2012 Generaloberin der Oberzeller Franziskanerinnen mit Niederlassungen in Deutschland, Südafrika und den USA. Zuvor arbeitete sie als Sozialpädagogin, u. a. für Betroffene von Menschenhandel und Zwangsprostitution. Sie ist seit Mai 2025 Mitglied des Zentralkomitees deutscher Katholiken und war bis 2026 Beraterin in der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz.
Pressemeldungen des Deutschen Caritasverbandes (8.7.2026)
Das Ehrenamtskonzept im Deutschen Schützenbund in zehn Schritten
Der Deutsche Schützenbund (DSB) hat ein Konzept zur Förderung des Ehrenamts entwickelt. Es soll Vereine bei der Gewinnung, Einarbeitung und langfristigen Bindung von Ehrenamtlichen unterstützen. Hintergrund ist, dass es für viele Schützen- und Bogensportvereine laut DSB zunehmend schwieriger wird, ehrenamtliche Funktionen zu besetzen. Das Konzept umfasst zehn Schritte, die flexibel umgesetzt werden können. Die ersten beiden Schritte bilden die Grundlage; ihre Reihenfolge kann jedoch an die Bedarfe des jeweiligen Vereins angepasst werden. Der DSB beschreibt das Konzept als Kreislauf, mit dem sich Vereine zukunftsfähig aufstellen können. Ziel ist es, die kontinuierliche Suche nach Helfer*innen zu verringern, Ehrenamtliche langfristig zu binden, Aufgaben klar zu regeln, Wertschätzung sichtbar zu machen und die Zukunftsfähigkeit der Vereine zu stärken.
Projektstart: MELA – Mehrsprachige Elternlots*innen-Akademie
Am 1. Juni 2026 ist das Projekt MELA – Mehrsprachige Elternlots*innen-Akademie gestartet. Ziel ist die Qualifizierung mehrsprachiger Elternlots*innen für ihre Arbeit im Bildungs- und Beratungssystem sowie die Förderung des professionellen Umgangs mit sprachlicher und kultureller Vielfalt im Schulkontext. Im Rahmen des Projekts wird eine nachhaltige Akademie aufgebaut, die sich an Elternlots*innen, Lehrkräfte und Lehramtsstudierende richtet. Neben der Kompetenzentwicklung stehen der fachliche Austausch und die Vernetzung zwischen Bildungsakteur*innen und migrantischen Communities im Mittelpunkt. Langfristig soll Mehrsprachigkeit als Ressource im Bildungssystem gestärkt und nachhaltig verankert werden. MELA wird vom Bundeselternnetzwerk der Migrantenorganisationen für Bildung & Teilhabe (bbt) in Kooperation mit dem Landesnetzwerk Migrantenorganisationen in Sachsen-Anhalt (LAMSA) e.V. umgesetzt und durch die Beauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration sowie die Beauftragte für Antirassismus finanziert.
Aktuelles aus der BBE-Geschäftsstelle
Zukunftsweisende Beschlüsse der außerordentlichen Mitgliederversammlung – Schutz des Netzwerks und neue Fördermitgliedschaft
Am 7. Juli 2026 hat eine außerordentliche BBE-Mitgliederversammlung über umfassende Satzungsanpassungen beraten und diese final beschlossen. Mehrere Jahre wurde im Netzwerk gemeinsam daran gearbeitet, die Kriterien für eine Mitgliedschaft anzupassen und die Satzung rechtssicherer zu gestalten. Hierfür wurden Zuständigkeiten und Prozesse mit Blick auf mögliche Sanktionen geschärft. Zudem wurde die Fördermitgliedschaft als neue Mitgliedschaftsart eingeführt. Diese richtet sich insbesondere an Unternehmen, Personen und Organisationen, welche das Netzwerk und das Feld des bürgerschaftlichen Engagements nachhaltig stärken möchten und an einer langfristigen Zusammenarbeit interessiert sind, deren Geschäftsmodell oder Organisationsziel unter Umständen nicht in erster Linie in der Engagementförderung liegt. Die aktualisierten Netzwerkstatuten sowie weitergehende Informationen zur neuen Fördermitgliedschaft werden in Kürze veröffentlicht. Der BBE-Sprecher*innenrat und die Geschäftsführung danken allen Beteiligten an dem Prozess herzlich für ihr engagiertes Mitwirken und heben besonders die große Beteiligung bei den Beschlüssen im Rahmen der außerordentlichen Mitgliederversammlung hervor. Auf der Grundlage eines Impulses von Geschäftsführerin Dr. Lilian Schwalb berieten die Mitglieder abschließend über die aktuelle politische Lage und diskutierten über die aktuell stark rückläufigen Fördermittel für die organisierte Zivilgesellschaft, die Bedrohungslage und Perspektiven für die Stärkung der gemeinsamen Arbeit.
Strategierunde »Europa«: Zivilgesellschaft und der Mehrjährige Finanzrahmen
In ihrer 37. Sitzung am 6. Juli 2026 befasste sich die Strategierunde »Europa« mit aktuellen europäischen Entwicklungen. Im Mittelpunkt stand ein Schreiben von Civil Society Europe an den Europäischen Rat zum Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR). In dem Schreiben fordert Civil Society Europe einen zukunftsfähigen MFR für die Jahre 2028 bis 2034 und betont die Bedeutung ausreichender EU-Mittel für soziale Entwicklung, Regionen, Forschung, Klima, Kultur und bürgerschaftliches Engagement. Zudem wird die Rolle der Zivilgesellschaft bei der Gestaltung der europäischen Zukunft hervorgehoben. Die Teilnehmenden tauschten sich über die Bedeutung verlässlicher Rahmenbedingungen für bürgerschaftliches Engagement sowie die Einbindung zivilgesellschaftlicher Organisationen in die europäische Finanzplanung aus.
Praxisbroschüre zu Unternehmenskooperationen in ländlichen Räumen
Die Broschüre »Zusammenarbeit mit Unternehmen in ländlichen Räumen: Praxisbeispiele und Formate zum Nachmachen« zeigt anhand konkreter Beispiele, wie Kooperationen zwischen Unternehmen und Zivilgesellschaft gestaltet werden können. Die Publikation entstand im Rahmen des Programms »Engagiertes Land« und stellt unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit vor. Ergänzend bietet sie praktische Anregungen für den Aufbau von Partnerschaften sowie Hinweise auf Netzwerke, Anlaufstellen und Unterstützungsangebote. Das Programm »Engagiertes Land« wurde von der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) gemeinsam mit den Partnern BBE und Thünen-Institut für Regionalentwicklung e.V. entwickelt und wurde bis Ende Juni 2026 in Zusammenarbeit umgesetzt.
BBE-Arbeitsgruppe diskutiert Engagement und Teilhabe von Geflüchteten
In ihrer Sitzung am 12. Mai 2026 befasste sich die BBE-Arbeitsgruppe »Migration, Teilhabe, Vielfalt« mit dem Engagement von Geflüchteten mit und ohne Aufenthaltstitel sowie mit Fragen der Engagementpolitik in der Einwanderungsgesellschaft. Unter anderem wurde das Projekt »MITmacher« vorgestellt, das Geflüchtete durch individuelle Beratung, Vermittlung in Einsatzstellen und begleitende Unterstützung an ein Engagement heranführt. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Ehrenamtspauschale und den damit verbundenen rechtlichen und sozialrechtlichen Rahmenbedingungen. Es wurden unterschiedliche Verwaltungspraxen im Umgang mit Aufwandsentschädigungen und deren mögliche Auswirkungen auf Sozialleistungen diskutiert. Das Thema soll in einer Untergruppe der Arbeitsgruppe weiterbearbeitet werden. Im Zusammenhang mit der Themenpatenschaft »Engagementpolitik und -netzwerke in der Einwanderungsgesellschaft« standen die stärkere Einbindung migrantischer Organisationen in die Arbeit des BBE sowie Ansätze für eine intensivere Vernetzung im Mittelpunkt des Austausches. Zudem wurden Herausforderungen beim Aufbau und der langfristigen Absicherung migrantischer Organisationen sowie Praxisbeispiele zur Öffnung etablierter Organisationen für neue Zielgruppen präsentiert. Die nächste Sitzung der Arbeitsgruppe findet am 15. September 2026 statt und befasst sich mit dem Engagement junger Menschen mit Migrationsgeschichte.
Veranstaltungen, Ausschreibungen, Publikationen
Lehnitz Connect: Begegnung, Beteiligung und Engagement für junge Erwachsene
Wie entstehen neue Gemeinschaften, wenn nach der Schulzeit vertraute Strukturen wegfallen? Die Initiative Lehnitz Connect bringt junge Erwachsene in Oberhavel zusammen und schafft Räume für Begegnung, Mitgestaltung und ehrenamtliches Engagement. In dem Beitrag, verfasst für den BBE-Newsletter, beschreiben Gründerin Sandra Lorenz sowie Mitglieder des Organisationsteams Vanessa Hübner und Rasmus Kunstmann, wie die Initiative entstanden ist, welche Angebote für junge Erwachsene entwickelt wurden und warum persönliche Begegnungen, Beteiligung und Engagement eine wichtige Rolle spielen. Sie berichten außerdem über die Bedeutung von Lehnitz Connect für ihr eigenes Leben und die Entwicklung der Initiative.
Bericht: Bagfa-Jahrestagung 2026 in Würzburg
Die 27. Jahrestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (bagfa) fand vom 24.-26. Juni 2026 in Würzburg statt. Unter dem Motto »Erfolgsmodell Freiwilligenagentur: Warum wir weiter zuversichtlich Engagement gestalten!« kamen bundesweit Vertreter*innen von Freiwilligenagenturen, Partnerorganisationen sowie Förder*innen der Szene zum fachlichen Austausch und der gemeinsamen Perspektivierung zusammen. Die bagfa stellt heraus, dass ein wichtiges Ergebnis der Jahrestagung war, dass Freiwilligenagenturen zentrale Orte für gesellschaftlichen Zusammenhalt sind. Der bundesweite Austausch förderte neue Perspektiven, diente der Stärkung der Selbstwirksamkeit der Agenturen und unterstrich die Notwendigkeit, Engagement als Zukunftskraft zu sichern, sowohl in der Praxis vor Ort als auch in der gesellschaftspolitischen Arbeit. Die bagfa ist Mitglied im BBE.
Rückblick in den Engagementnachrichten der bagfa
Freie Plätze für internationale Jugendangebote 2026
Eurodesk Deutschland weist auf mehr als 350 geförderte Plätze für internationale Angebote hin, die über den Eurodesk-Last-Minute-Markt verfügbar sind. Angesprochen sind junge Menschen, die im Sommer 2026 an internationalen Workcamps, Jugendbegegnungen oder weiteren geförderten Projekten im In- und Ausland teilnehmen möchten. Die Angebote umfassen unter anderem Jugendbegegnungen, Umweltprojekte und gemeinnützige Einsätze in Ländern wie Frankreich, Italien, Kroatien, Norwegen, Japan oder der Türkei. Zudem stehen Plätze für sechs- bis zwölfmonatige geförderte Freiwilligendienste im Ausland zur Verfügung, die im Sommer oder Herbst 2026 beginnen. Einsatzstellen gibt es unter anderem in Frankreich, Griechenland, Polen, Kenia, Marokko, Vietnam, Peru und Costa Rica. Die Teilnahme an den aufgeführten Angeboten wird öffentlich gefördert und bezuschusst. Informationen zu Projekten, Einsatzstellen und Bewerbungsverfahren sind über den Last-Minute-Markt von Eurodesk Deutschland abrufbar.
Deutscher Nachbarschaftspreis (DNP)
Die Bewerbungsphase für den Deutschen Nachbarschaftspreis 2026 läuft bis zum 25. Juli 2026. Der seit 2017 von der nebenan.de Stiftung jährlich ausgelobte Wettbewerb zeichnet lokale Nachbarschaftsinitiativen und -projekte aus, die das Miteinander fördern, gesellschaftliche Teilhabe stärken und zur Gestaltung lebendiger Nachbarschaften beitragen. Bewerben können sich unter anderem Nachbarschaftsvereine, gemeinnützige Organisationen, Stadtteilzentren, Sozialunternehmen, Kommunen sowie engagierte Gruppen und Zusammenschlüsse. Voraussetzung ist, dass die Projekte eine konkrete Wirkung im lokalen Umfeld entfalten. Bundesweite oder internationale Vorhaben sind nicht teilnahmeberechtigt. Der Preis ist mit insgesamt 59.000 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden 16 Landessiegerprojekte mit jeweils 2.000 Euro sowie fünf Projekte in den Kategorien »Generationen«, »Kultur & Sport«, »Nachhaltigkeit«, »Öffentlicher Raum« und »Vielfalt« mit jeweils 5.000 Euro. Die Auswahl erfolgt anhand der Kriterien lokale Verankerung, Beteiligung, Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit. Die Landessieger werden am 6. Oktober 2026 bekannt gegeben, die Preisverleihung findet am 17. November 2026 in Berlin statt.
Preis für feministisches Engagement 2027
Die Heinrich-Böll-Stiftung vergibt im Jahr 2027 erstmals den mit 10.000 Euro dotierten Preis »Feminism Now!« für feministisches Engagement. Ausgezeichnet werden Feminist*innen, die sich für Sichtbarkeit und Teilhabe, sexuelle Rechte und Selbstbestimmung einsetzen, »die andere mitreißen und stärken. Die oft selber unsichtbar bleiben«. Mit dem Preis sollen ihre Geschichten sichtbar gemacht und ihr Engagement öffentlich gewürdigt werden. Die Preisverleihung findet am 5. März 2027 in Berlin statt. Vorschläge für Kandidat*innen können bis zum 31. August 2026 eingereicht werden. Die Nominierung soll eine maximal dreiseitige Begründung enthalten.
Civic Coding-Accelerator: KI-Lösungen für das Gemeinwohl gesucht
Im Rahmen des »Call for Solutions« sucht die Bundesinitiative Civic Coding – Innovationsnetz KI für das Gemeinwohl Teams, die bestehende KI-Lösungen gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Organisationen weiterentwickeln möchten. Gesucht werden Tech-Expert*innen und Teams mit KI-Anwendungen auf mindestens Prototyp-Niveau, die konkrete Herausforderungen aus der Zivilgesellschaft adressieren. Der Civic-Coding-Accelerator bringt KI-Teams mit Organisationen aus der Zivilgesellschaft zusammen und begleitet die gemeinsame Weiterentwicklung in einem strukturierten Co-Creation-Prozess. Ziel ist es, praxistaugliche KI-Anwendungen mit gesellschaftlichem Mehrwert zu entwickeln und zu erproben. Die teilnehmenden Teams erhalten Unterstützung durch KI- und Strategieexpert*innen, Workshops zur Weiterentwicklung sowie Zugang zu einem Netzwerk aus Zivilgesellschaft, Verwaltung, Forschung und Technologie. Die Ergebnisse werden bei der »Pitch & Connect« im November 2026 in Berlin vorgestellt. Bewerbungen sind bis zum 31. Juli 2026 möglich.
Weitere Informationen und Bewerbung
Elternkonferenz: »Eltern gestalten mit: Für Familien in Osnabrück«
Das Bundeselternnetzwerk der Migrantenorganisationen für Bildung & Teilhabe (bbt) veranstaltet die erste Elternkonferenz in Osnabrück unter dem Motto »Eltern gestalten mit: Für Familien in Osnabrück«. Das bbt vernetzt bundesweit migrantische Elternvereine und -initiativen, um deren Kompetenzen und Potenziale in der Integrationsförderung zu bündeln. Im Mittelpunkt der Konferenz stehen der Austausch über Herausforderungen im Familienalltag, die Bedarfe von Familien sowie Möglichkeiten der Beteiligung von Eltern an kommunalen Entscheidungen. An Austauschtischen können Eltern ihre Perspektiven mit Vertreter*innen aus Stadtverwaltung, Schule und Familienunterstützung diskutieren. Die Teilnahme ist kostenlos. Sprachmittlung, Kinderbetreuung sowie Verpflegung werden angeboten. Anmeldungen sind bis zum 14. August 2026 möglich.
finep schreibt Förderprogramme für Bildungsprojekte aus
Die finep Akademie hat zwei Förderprogramme für zivilgesellschaftliche Organisationen in Deutschland ausgeschrieben. Im Programm »Global. Gerecht. Gestalten. (GD2026)« können kleinere zivilgesellschaftliche Organisationen bis 18. August 2026 Anträge für non-formale Bildungsprojekte der Global Citizenship Education (GCE) einreichen. Gefördert werden Projekte für benachteiligte und marginalisierte junge Menschen (15–30 Jahre). Die Projektförderung umfasst zwei Schwerpunkte: niedrigschwellige Bildungs- und Beteiligungsformate (Förderlinie 1) und Geschlechtergerechtigkeit, Empowerment und die Beteiligung von Mädchen, jungen Frauen und FLINTA* (Förderlinie 2). Die Projekte müssen sich einer von zwei Förderlinien zuordnen. Mit »Klima.Gerecht.Jetzt. (NPB2026/sm)« fördert finep Bildungsprojekte, die insbesondere junge, bislang wenig engagierte Menschen für Klimaschutz gewinnen und sich an den Prinzipien des Globalen Lernens orientieren. Anträge können bis zum 7. September 2026 eingereicht werden. Eine Online-Infoveranstaltung findet am 11. August 2026 von 15:30 bis 16:30 Uhr statt; Anmeldeschluss ist der 9. August 2026.
Weitere Informationen zur Ausschreibung »Global. Gerecht. Gestalten. (GD2026)«
Weitere Informationen zur Ausschreibung »Klima.Gerecht.Jetzt. (NPB2026/sm)«
Anmeldung zur Infoveranstaltung
Nachhaltige Kommunen und digitale Partizipation
Die Bertelsmann Stiftung und das Weizenbaum-Institut haben den Sammelband »Nachhaltige Kommunen und digitale Partizipation« herausgegeben. Die Publikation befasst sich mit der Frage, wie digitale Beteiligungsformate die nachhaltige Entwicklung von Kommunen unterstützen können. Im Mittelpunkt steht die Beteiligung von Bürger*innen sowie Akteur*innen aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft an 1.000 kommunalen Nachhaltigkeitsprozessen. Der Sammelband vereint Analysen sowie Beiträge aus Wissenschaft und Praxis. Behandelt werden unter anderem die Potenziale und Herausforderungen digitaler Partizipation, der Einsatz IT-gestützter Beteiligungsformate und Voraussetzungen für ihre erfolgreiche Umsetzung in Städten, Gemeinden und Landkreisen.
Hinweis
Liebe Abonnent*innen,
die nächste Ausgabe unseres Newsletters erscheint nach einer kurzen Sommerpause am 13. August 2026. Bis dahin wünschen wir Ihnen eine schöne Sommerzeit. Wir freuen uns darauf, Sie im August wieder mit aktuellen Informationen, Nachrichten und Einblicken rund um Engagement und Beteiligung zu versorgen. Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Treue.
Bitte schicken Sie Ihre Informationen an newsletter(at)b-b-e.de bis zum 10. August 2026.
Die Beiträge dieses Newsletters geben, sofern nicht ausdrücklich als solche Nachrichten gekennzeichnet, nicht die Meinung des BBE wieder, sondern repräsentieren die Vielstimmigkeit der Meinungen und Akteur*innen im BBE und im Feld der Engagementförderung und -debatte. Die Redaktion des Newsletters verfolgt das Ziel, die jeweils aktuellen und wichtigsten Nachrichten für die Leser*innen zusammenzustellen. Die PDF-Dokumente der Beiträge im Schwerpunkt des Newsletters werden möglichst barrierearm gestaltet.
Die Hinweise auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen für die Publikation von Nachrichten im BBE-Newsletter finden Sie unter Impressum.
Redaktion: Dr. Lilian Schwalb (V.i.S.d.P.), Charlotte Wallor und Nino Kavelashvili.
Eine Übersicht über die geplanten Ausgaben finden Sie unter Kommende Ausgaben & Fristen
Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE)
– Geschäftsstelle –
Michaelkirchstr. 17-18
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www.b-b-e.de
Geschäftsführung: Dr. Lilian Schwalb
Kontakt: lilian.schwalb[at]b-b-e.de